Die Konferenz zum Thema Webanalyse

Google Analytics Summit 2017 – Recap

13. November 2017

Zum sechsten Mal fand die größte Google Analytics Konferenz in Europa in Hamburg statt, der Google Analytics Summit 2017. Im schönen Curio-Haus versammelten sich am 09.11.2017 insgesamt über 500 Webanalyse Interessenten. Dieses Jahr war ich zum ersten Mal gespannt dabei.

Die Location

Das Curio-Haus ist eine edle Eventlocation der Kofler & Kompanie GmbH, welche über den ganzen Tag hinweg für ein sehr gutes Catering sorgte.

Auf vier Etagen verteilt gab es eine Garderobe, einen kleinen sowie zwei große Säle für zahlreiche Vorträge, einen gemütlichen Raum mit Couches und ein Help Center. Im Help Center Raum konnte man bei Bedarf sämtliche Fragen zum Thema Google Analytics an ausgewählte Trakken Mitarbeiter stellen.

 

Das Programm

Von 9.15 – 18.00 Uhr war das Programm voll von vielfältigen, spannenden Vorträgen für Beginner bis Advanced. Insgesamt teilten 20 Redner ihr Wissen über bestimmte Fachthemen. Internationale Vorträge gab es zudem von zwei Produktmanagern von Google, die extra aus Mountain View angereist kamen.

Ab 18.15 Uhr fing die Abendveranstaltung an, wo bei Live-Musik noch etwas genetworkt werden konnte.

Danke an Trakken für das top organisierte Event!

 

Highlights des Google Analytics Summit 2017

Es gab den ganzen Tag über sehr spannende Vorträge. Meine persönlichen Highlights mit ein paar Tipps gibt es anbei.

Google Correlate

Der Google Produktmanager Dave Barney stellte in seinem Vortrag unter anderem das Produkt Google Correlate vor. Ein Keyword eingegeben, schlägt das Google Tool einem weitere verwandte oder ähnliche Keywords mit dem gleichen Suchmuster vor. Das interessante daran ist, dass das Tool sogar Suchvolumina je Monat und Markttrenddaten anzeigen kann. Markttrenddaten kann Google Correlate beispielsweise anzeigen, wenn man als Unternehmen seine Keywords hinzufügt, welche zu einer Transaktion geführt haben. Idealerweise kann so herausgefunden werden, ob es noch themennahe, verwandte Keywords gibt, die zusätzlich relevant für Google AdWords Kampagnen wären.

 

Hack your Analytics – 11 Tipps für ein besseres Analytics

Michael Janssen von Zedwoo gab in seinem Vortrag schnell fachlich relevante anwendbare Tipps zur Optimierung eines Google Analytics Accounts.

  1. Conversiondiebe ausschließen: Bezahlplattformen wie Paypal.com als Referrer über den Google Tag Manager (GTM) mit einer Zeile JavaScript (JS Clean Referrer) ausschließen
  2. Daten säubern, indem utm-Parameter nach positiver Rückmeldung über ein hitCallBack JavaScript über den Google Tag Manager wieder entfernt werden. Somit ist für den Nutzer nur noch die Domain sichtbar.
  3. Negative Ziele als Ereignis hinterlegen, wie beispielsweise 404-Fehlerseiten. Mit einer benutzerdefinierten Benachrichtigung kann Google Analytics automatisch eine Info-Mail verschicken, wenn alle Zugriffe über Fehlerseiten eine Conversion-Rate von über 1% aufweisen.
  4. Last-Non-Direct Click berücksichtigen: Mit Hilfe einer sekundären Dimension können Sitzungen einer Quelle wie organic oder paid search nach direkten Sitzungen aufgesplittet betrachtet werden.
  5. Verweise überprüfen: Für eine Backlinkanalyse dient der Bericht zu Verweisen (Akquisition > Alle Zugriffe > Verweise), der eingehende Links anzeigt.
  6. Exclude Yourself: Damit die Daten nicht mit eigenen Testbestellungen oder Website-Besuchen verfälscht werden, sollte man sich immer ausschließen. Sofern eine statische IP Adresse verfügbar ist, kann in der Datenansicht ein Filter mit der IP Adresse gesetzt werden. Damit der Filter funktioniert, sollte das letzte Oktett (die letzten Zahlen nach dem letzten Punkt) auf .0 gesetzt werden.
  7. Implementierung des Google Analytics Code auf jeder Seite: Damit dies immer sichergestellt ist, sollte man regelmäßig seine/n SEO Verantwortliche/n fragen oder selbst mit DeepCrawl oder Screamingfrog regelmäßig die Website überprüfen.
  8. Kostendatenreport nutzen: Laut Avinash Kaushik ist dies der am wenigsten genutzte Report. Mit dem Import von Kostendaten aus anderen Kanälen, kann die Rentabilität der einzelnen Kanäle direkt in Google Analytics sichtbar gemacht werden.
  9. Use SSL: Wenn man von einer HTTPS-Seite auf eine HTTP-Seite geleitet wird (bspw. über Facebook Beiträge oder -Anzeigen) wird der Referrer Facebook nicht übertragen. Der Traffic wird der Quelle Direct zugeordnet.
  10. PPI (Personally Identificable Information) vermeiden: URLs dürfen aus Datenschutzgründen keine E-Mail-Adressen, Passwörter oder ähnliches beinhalten. Kontrollieren kann man dies über die URL Suche nach @ oder email. Über den GTM kann hierfür ein customTask mit JavaScript hinzugefügt werden, der alle PPI automatisch löscht.
  11. Ziele anlegen: Google Analytics macht laut Michael Janssen nur Sinn, wenn man Ziele hinterlegt hat.

 

Internationale Account Struktur

Ingo Börnert von L’Oréal, erzählte wie intern in einem Großkonzern, mit allein 30 Marken in Deutschland, eine einheitliche Google Analytics Struktur eingeführt wurde.

Google Analytics Account Struktur von L´Oréal

Neue Google Analytics Account Struktur von L’Oréal

 

Zudem stellte er eine Guideline vor, wie ein Großkonzern vergleichbare Messwerte und Ziele schafft. Unter anderem beinhaltet diese:

  • Implementierung eines GTM Containers auf allen Websites
  • Umfassende Data Layer auf allen Websites mit 47 Custom Dimensions mit Daten über Nutzer und deren Verhalten
  • 50 standardisierte Events zur Messung aller wichtigen Interaktionen
  • 16 global einheitliche, meist Event-basierte Ziele
  • 3 Custom Channel Groupings
  • Einheitliche Benennung der Kampagnen in Google AdWords, DoubleClick, Facebook mit utm-Parametern

 

App Tracking

Zum Thema App Tracking gab es einen Vortrag von Albrecht Kühn von Waipu.tv. Für den Google Analytics Aufbau empfahl er eine Property mit allen Daten und eine zweite nur mit App Daten anzulegen.

Ein weiterer wichtiger Punkt zum Thema App Tracking ist, dass in Zukunft anstatt von Google Analytics SDK auf jeden Fall Firebase genutzt werden sollte.

 

Attribution 360

Der Google Produktmanager Jason Xu zeigte einiges zum Tool Attribution 360. Auf dem Analytics Summit 2017 verrat Jason Xu, dass Googles Attribution 360 Tool in Q2 2018 weltweit verfügbar gemacht werden soll. Dann soll es weltweit möglich sein, das Tool auf Property Ebene über Google Analytics 360 oder mit der kostenlosen Google Analytics Variante verbinden zu können. Durch Verbindung mit Drittanbietertools, dem DoubleClick Campaign Manager und Anlegung von benutzerdefinierten Dimensionen soll Google Analytics als Hauptreportingtool dienen.

Bezüglich Attributionsmodellen empfahl er, die verschiedenen Attributionsmodelle gegenüberzustellen, data-driven mit Last Click zu vergleichen und ggf. umzustellen. Da auch geräteübergreifende Daten mitgetrackt werden können, kann ebenfalls data-driven cross-device mit cross device last click verglichen werden.

Was ich bei der Vorstellung von Attribution 360 am spannendsten fand, war das „Optimization Model“ mit dem „Spend Optimizer“. Mit Hilfe des Spend Optimizer soll es zukünftig möglich sein auf Basis von bisherigen Daten Media Budgets und Conversions Prognosen aufzustellen.

Der Prozess des Spend Optimizer Tools in Attribution 360

Der Prozess des Spend Optimizer Tools in Attribution 360

An einem Beispiel zeigte Jason Xu wie das Tool funktioniert. Er wählte einen 4 Wochen Zeitraum aus, hinterlegte ein minimales und ein maximales Budget. Daraufhin zeigte das Tool einen Graphen mit Budget und Conversions.

Grundlage hierfür ist, dass alle Kosten aller Kanäle hinterlegt sind, für die Prognosen aufgestellt werden sollen. Weitere Voraussetzungen zur Nutzung des Tools sind min. 5.000 Conversions pro Monat pro Conversion Typ und Daten von mindestens 30 Tagen. Daher sollte am besten die Google Analytics Property verbunden werden, die alle Daten aller Länder beinhaltet.

Beispiel zur Nutzung des Spend Optimizers in Attribution 360 mit Budget und Conversion Daten Prognosen

Jason Xus Beispiel zur Nutzung des Spend Optimizers in Attribution 360 mit Budget und Conversion Daten Prognosen

Fazit

Der Google Analytics Summit 2017 war eine sehr spannende Konferenz mit praxisnahen Vorträgen und spannenden Insights zu Google Analytics 360 und Attribution 360. Fachlich kann man hier sehr viel lernen. Die Konferenz ist auf jeden Fall empfehlenswert.

 

Wir sind auch auf anderen Konferenzen vertreten. Alle Konferenzen Recaps im Überblick.

Google Analytics Summit 2017 – Recap
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