SEO Konferenz mit Herzblut

SEOkomm 2017 Recap

24. November 2017

Am 17. November 2017 fand in Salzburg wieder einmal die SEOkomm statt – die SEO Konferenz Österreichs, die wir jedes Jahr gern besuchen.

In der Brandboxx in Salzburg wurden in 25 Sessions von Top Referenten jede Menge SEO Themen behandelt und es gab genügend Raum zum Networking. Im Magazinbeitrag teilen wir die spannendsten Insights aus den Vorträgen.

Position Zero – Keynote von Marcus Tandler

Als Keynote-Speaker und Eröffnung der SEOkomm 2017 durfte Marcus Tandler die knapp 900 Besucher mit seinem Slidestorm, der dieses Mal sagenhafte 420 Folien beinhaltete, unterhalten und mit vielen Informationen füttern.

Er berichtete ausführlich über den Domainumzug und Relaunch von onpage.org zu ryte.com. Die Herausforderung hierbei war es, den Domain-Switch in Echtzeit während des Ryte-Live-Events in diesem Jahr zu vollziehen.


Seine Tipps: Um Mehrfach-Rankings zu vermeiden oder Low Hanging Fruits zu optimieren, sollte man seine Inhalte mit WDF*IDF analysieren und die jeweiligen Texte optimieren. Ryte konnte hierdurch viele positive Effekte erzielen.


Um die aktuellen Keyword-Rankings auszuwerten, sollte man immer die Daten der Google Search Console verwenden. Sein Hinweis: Hier gilt es die bereitgestellten Daten korrekt zu interpretieren. So fließen beispielsweise die organischen Sitelinks in die Rankings hinein.

Mit dem sogenannten Mobile Index sieht Marcus Tandler keine Evolution, sondern eine Revolution. So wie schon 2009 das Coffeine Update die Suchergebnisse deutlich verändert hatte, wird auch der mobile-first Index ähnlich hohe Auswirkungen haben. Langfristig prognostiziert  „mediadonis“ das Ende der URLs für Mobile. Noch sind diese aber im Desktopbereich relevant. Alle Daten müssen in Zukunft noch schneller erreichbar sein. Das forciert Google auch mit AMP.

Interessant ist, dass die mobile Suche zu 95% von Google dominiert wird.

Als Hands-On hat Marcus Tandler noch einen kleinen Tipp mitgegeben, wie man in die Featured-Snippets (Position Zero) der Google Suche gelangt. Langfristig gesehen soll man nicht mehr auf Keywords, sondern auch auf W-Fragen optimieren (Voice-Search):

  1. Frage in den Title
  2. Antwort in knappen 40-50 Wörtern gut erklären.

Datenorientiertes SEO mit Fokus auf die Goolge Search Console – Sebastian Erlhofer

Wie bei Marcus Tandler, stand auch im Vortrag von Sebastian Erlhofer von mindshape die Google Search Console im Vordergrund. Sein Grundsatz „Nutzt Daten, statt zu raten.“

Seine Tipps für den Umgang mit der Search Console:

  • Beim Auslesen der Google Search Console gilt zu beachten, dass pro Property nur 1.000 URLs pro Tag ausgelesen werden können. Deswegen wird empfohlen in der Search Console für die verschiedenen URL-Varianten (http://www.website.de, www.website.de, website.de) separate Properties anzulegen
  • Vor allem gilt es, Mehrfachrankings zu bearbeiten. Hier konnte Sebastian Erlhofer feststellen, dass erst die besser platzierte Seite einen Rankingverlust erleidet. Nachdem diese aber bearbeitet wurde und nur noch eine Seite für das Keyword rankt, steigen die Platzierungen an.
  • CTR-Optimierung von Keywords mit guten Rankings: Optimieren Sie die Snippets von Keywords mit guten Positionen. Testen Sie verschiedene Wordings in Meta Title und/oder Meta Description und versuchen Sie genauer auf den User Intent einzugehen. So haben Sie die Möglichkeit den Traffic trotz gleichbleibender Positionen zu steigern.

 

Technisches SEO @Otto – Patrick Christoph

Sehr interessant fand ich persönlich die technische SEO Optimierung bei Otto.de. Das Unternehmen stand vor der Herausforderung täglich eine Vielzahl an URLs zu indexieren und verzögert wieder einige der URLs zu deindexieren. Ein durchdachtes neue Index Management war nötig. So wurden zum Einen nach dem Motto „One Content, One URL“ innerhalb von 6 Monaten 60% des gesamten Website Contents de-indexiert. Zum Anderen werden neue Seiten bei Livegang nicht mehr indexiert, sondern erst überprüft. Zusätzlich wurden Canonicals auf den Artikeldetailseiten erstellt, um doppelte Inhalte zu vermindern.

 

Q&A/Webmaster Trend Analyse bei Google mit John Müller

Die Erkenntnisse aus der Q&A Runde mit John Mueller:

  • Eindeutige Nutzung von Canonical-URLs
    • Aus dem Publikum wurde gefragt, wieso Google nicht immer die URLs rankt, die via Canonical eingebunden wurden. Antwort darauf ist, dass Webmaster nicht immer eindeutig die bevorzugte URL intern verlinken. So werden zum Beispiel über die Navigation verschiedene URLs verlinkt, die eigentlich einen Canonical auf eine andere Seite aufweisen. Hier senden einige Webmaster also undeutliche Zeichen an Google, weswegen es vorkommen kann, dass das Tag nicht wie gewünscht ausgelesen wird.
  • Sitemaps nach dem Relaunch in der Search Console hinterlegen
    • Nach einem Relaunch sollte die alte Sitemap zusätzlich zur neuen Sitemap in der neuen Search Console Property eingebunden werden. Über die alte Sitemap gelangt Google auf die neuen Weiterleitungen bzw. neuen Status Codes der alten URLs. Je nach Seitengröße kann es dauern, bis Google die Sitemaps vollständig gecrawlt hat. Es wird empfohlen die alte Sitemap nach einiger Zeit wieder aus der Search Console zu entfernen, um anschließend mit der Sitemap wieder die relevanten URLs einzureichen.
  • gekaufte/platzierte Backlinks werden nicht mehr in die Rankingberechnung einbezogen
    • Ein interessanter Kommentar aus dem Publikum, zu dem wir online leider keine Quelle finden konnten: Der Google Algorithmus kann gekaufte oder platzierte Backlinks bereits sehr gut erkennen und versucht diese in seinen Berechnungen zu ignorieren. Empfohlen wird jedoch nach wie vor, platzierte Links über das Disavow Tool einzureichen. Das Spam Team versucht weitestgehend platzierte Links zu ignorieren, ist dies jedoch nicht möglich, droht eine manuelle Abstufung der Domain
  • Mobile Inhalte
    • Ein Konferenzteilnehmer gab an, separate Inhalte für die Desktop und mobile Version  einer URL bereitzustellen und hat sich gefragt, welche Inhalte Google nach dem Mobile Index Update indizieren wird. Dazu riet Mueller, die Inhalte mobile und Desktop zu googlen und zu prüfen, ob die Inhalte jeweils bereits korrekt indiziert werden – damit sieht man bereits heute, welche Inhalte auf Mobile und Desktop ranken und herangezogen werden.

Data Driven SEO – Kai Spriesterbach

Mit seinem Vortrag über Data Driven SEO versuchte Kai Spriesterbach ein wenig zu polarisieren. Kritisch äußerte er sich zu Themen wie z.B. den Studien zu Rankingfaktoren. Kai versuchte die wissenschaftliche Herangehensweise in Frage zu stellen.

So sollte man niemals blind allen Daten und Statistiken vertrauen. Heute heißt es: Für jede Suchanfrage gelten eigene Ranking-Faktoren.

 

Data Driven SEO – Kai Spriestersbach @ SEOkomm 2017 from Kai Spriestersbach

Fazit

Ich persönlich fand die SEOkomm dieses Jahr auch wieder sehr gelungen. Die Themenauswahl war sehr interessant und man konnte viele praktische und nützliche Tipps mit nach Hause nehmen.

Dennoch habe ich auch einen kleinen Kritikpunkt: So überschnitten sich die Inhalte der Speaker doch recht häufig. Einige Punkte, inkl. den Folien, überschnitten sich gleich mehrmals. So wurde das Thema der Crawlability von JavaScript Frameworks mehrmals auch visuell wiedergeben. Vielleicht könnte man beim nächsten Mal eine sorgfältigere Abstimmung der Folien durchführen.

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