Facebook-Guru Thomas Hutter über den blauen Riesen

Thomas Hutter im Interview – SEM Boutique Marketing Lounge Vol. 2Lesedauer: ca. 6 Min

25. Juli 2018

Hi Thomas,

vielen lieben Dank, dass du dir kurz Zeit nimmst, Fragen für unsere Magazin-Reihe SEM Boutique Marketing Lounge zu beantworten – auch trotz deines vollen Terminkalenders.

Thomas Hutter ist bekannt als der “Facebook-Guru” der ersten Stunde. 2009 legte Thomas mit der Gründung des Blogs “www.thomashutter.com” den Grundstein für die Hutter Consult AG. Neben der Tätigkeit als Geschäftsführer der “HuCo-Crew”, gibt er sein Wissen als Dozent, Seminarleiter und Speaker weiter. Thomas ist einer der renommiertesten Facebook Marketing Experten im deutschsprachigen Raum.

Privat verbringt er seine Zeit gerne mit seiner Familie, reist nach Lateinamerika und veranstaltet mit Freunden Grillpartys auf denen auch der ein oder andere Rum ausgeschenkt und stilecht Zigarren geraucht werden.

Exklusive Tipps über tägliche Herausforderungen und wo die Reise der Social Media Plattform hingeht, beantwortet uns Thomas in den nachstehenden Fragen.

 

Frage 1)

Thomas – du warst ja eine der ersten Personen, die in Europa auf Facebook Marketing gesetzt haben. Was hat dich vor 9 Jahren dazu bewegt vom Online Marketing zu der damals noch neuen und relativ unbekannten Plattform aus den USA zu wechseln?

Facebook fand ich von Anfang an hochinteressant und sehr spannend, die Dynamik und das Neue haben mich von Anfang an überzeugt. Da ich damals schon seit knapp 10 Jahren im Online Marketing, bzw. im Internet berufsmässig aktiv war, habe ich das enorme Potential schnell erkennen können. Da meine Kollegen in der Geschäftsleitung der Agentur nicht so begeisterungsfähig waren, beschloss ich mich erneut Selbständig zu machen und Facebook als Hauptthema in den Fokus zu legen. Im Nachhinein betrachtet war das eine der besten Entscheidungen überhaupt.

Frage 2)

Dein Team und du betreuen Kunden und Unternehmen in den unterschiedlichsten Branchen. Welchen Herausforderungen müsst ihr euch täglich stellen?

Naja, wahrscheinlich nicht viele anderen Herausforderungen als die meisten Agenturen. Dh. ständiges hineindenken in unterschiedliche Branchen, aktuelle Trends in den Branchen und natürlich auch branchenübergreifende Trends verfolgen, Deadlines handeln und sehr viel planen und orchestrieren. Da wir unsere Kunden in vielen Ländern betreuen, kommen teilweise noch sprachliche Herausforderungen dazu, allerdings sind wir da mittlerweile gut aufgestellt – unser kleines Team ist sehr international: mit 16 Mitarbeitern repräsentieren wir 11 Nationen und 9 Sprachen – was sicherlich die eine oder andere Hürde abbaut.

Frage 3)

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Was siehst du als größte Herausforderung für Unternehmen die mit Facebook Ads bzw. Instagram arbeiten?

Facebook und Instagram preschen mit riesigen Sprüngen vorwärts. Es gibt fast keine Woche, wo nicht irgendetwas Neues auf den Markt kommt. Diese Agilität fordert uns – als Spezialist mit sehr anspruchsvollen Kunden müssen wir natürlich immer auf dem neuesten Stand sein und laufend abwägen, welche neuen Funktionen für welchen Kunden welche Vorteile mit sich bringen und wo schnell Konzepte entsprechend angepasst werden können. Da mein ganzes Team sich selbst sehr hohe Ansprüche an Qualität setzt, heisst das, dass laufend sehr viel Know-how auf- und ausgebaut werden muss, damit Dienstleistungen auf höchstem Niveau angeboten werden können.

Frage 4)

Welches Facebook Ad Feature oder Werbeformat wird am meisten unterschätzt?

Ganz ehrlich? Die meisten Ad Feature von Facebook werden regelmässig unterschätzt. Facebook ist gerade für Performance und datengetriebenes Marketing krass gut aufgestellt und bietet sehr viele Möglichkeiten, startend beim Targeting, über Retargeting mit Custom Audiences, über sehr effiziente (Mobile) Werbeformate bis hin zur Erfolgsmessung mit dem Facebook Pixel, bzw. Facebook Analytics. 90% der Unternehmen, welche an uns herantreten um ihr Facebook Marketing zu professionalisieren, nutzen gefühlt nur gerade 10% der Möglichkeiten und kratzen sozusagen an der Oberfläche.

Frage 5)

Wie bereits erwähnt betreut ihr einige der größten Unternehmen in der Schweiz. Wie schläft es sich mit dem Gewissen, so ein riesiges Budget zu verwalten? 😊

😉 ganz gut. Einerseits weil ich weiss, dass unsere Kunden wissen, was wir tun und andererseits, weil mein Team sehr seriös arbeitet und ebenfalls genau weiss, was es tut 😉 – Wir verwalten ein nettes zweistelliges Millionenbudget jährlich direkt und beraten und verantworten so indirekt nochmals ein mindestens ebenso grosses Budget, welches über andere Dienstleister und Medienagenturen bei Facebook gebucht wird. Als primär Beratungsunternehmen und sekundär Ads-Dienstleister sind wir in der glücklichen Lage, unseren Kunden auch von Dingen abzuraten, bzw. nein zu sagen, wenn wir hinter einer Strategie nicht stehen können, bzw. diese nicht als sinnvolle Investments sehen. Das Nein-Sagen gibt ein sehr gutes Gefühl und lässt einen sehr gut schlafen.

Frage 6)

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Erzähle uns von deiner witzigsten Erfahrung oder dem größten verursachten Shitstorm auf Facebook.

Witzige Dinge gibt es immer wieder. Früher hatten wir als Hutter Consult das Problem, dass in der Google Suche bei der Eingabe von «Facebook Support» relativ schnell meine Handy-Nummer sichtbar wurde… … dh. Anrufe zu allen Tages- und Nachtzeiten von verzweifelten Facebook Nutzern mit Supportanfragen, aber auch teilweise sehr lustige Mailbox-Nachrichten, teilweise inkl. Nutzernamen und Passwort. 

Frage 7)

Facebook ist für Ältere, Kids nutzen eher Instagram und Snapchat. Würdest du dieser Aussage zustimmen? Was bedeutet das für die Paid Social Strategie von Werbetreibenden?

Kommt darauf an, wie man «Ältere» definiert. Grundsätzlich nutzen sehr junge Menschen eher Snapchat und Instagram. Ein Wechselverhalten sieht man spätestens dann, wenn jüngere Menschen mit «älteren Menschen» im beruflichen oder schulischen Umfeld zu tun haben und sich verbinden möchten. Viele sehr nützliche Funktionen im Umfeld von Erwachsenen stehen bei Instagram und Snapchat nicht zur Verfügung, entsprechend steht auch deshalb ein Wechsel im professionellen Umfeld an. Aus Werbesicht ärgert mich der Umstand, dass jugendliche eher auf Instagram als auf Facebook sind nicht im Geringsten, einerseits da bei vielen Kunden die jugendlichen nicht im Zentrum der Werbeaktivitäten stehen und andererseits weil wir diese Menschen mit den gleichen Tools auch auf Instagram erreichen können.

Frage 8)

Hast du einen exklusiven Tipp oder Best-Practices für unsere Magazin-Leser, um das Maximum aus den Werbeanzeigen zu holen?

Ja, strategisch Werbung auf Facebook zu planen. Es gibt nicht den einen Tipp für Erfolg – meine Erfahrungen zeigen aber, dass sauber geplante Kampagnen, die einer klaren Strategie folgen, in 99% der Fälle erfolgreicher sind, als «wir machen mal ein paar Ads auf Facebook».

Frage 9)

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Online Werbung gewinnt immer mehr an Bedeutung, während andere Werbequellen verlieren. Neben Facebook Ads ist Google Ads eine der beliebtesten Werbequellen. Wer aber gewinnt deiner Meinung nach das „Battle of the Ad Titans“? 😊

Weder Google noch Facebook – der Kuchen bleibt verteilt und das ist gut so. Es braucht beide und das möglichst in Kombination.

Frage 10)

Vor einiger Zeit hast du auf Facebook gesetzt. Seitdem hat sich viel getan. Wo denkst du geht die Reise zukünftig hin? Ist es ein nächstes großes Social Netzwerk in Aussicht?

Aktuell sehe ich noch nichts anderes – allerdings hat sich Facebook massiv verändert. Wir sprechen heute nicht mehr nur von Facebook, sondern auch von Instagram, WhatsApp, Facebook Workplace, etc. Zusätzlich habe ich mit meinem Unternehmen auch noch zwei, drei weitere Standbeine, als Google Premier Partner machen wir auch dort ein nettes Budget und die Digitalisierung weckt bei vielen Unternehmen sehr viele Bedürfnisse.

Lieber Thomas, vielen Dank für deine Zeit und bis bald.

#thx

 

Titelbild Quelle: ©Malinovskaya Yulia – Shutterstock.com

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