Search Marketing Expo 2018 - Germany

Private Label Days 2018 – RecapLesedauer: ca. 6 Min

14. Juni 2018

Bereits zum dritten Mal fand in diesem Jahr die Private Label Days & AMALYZE Konferenz rund um das Thema Amazon statt. Zum Hauptevent am 07.  Juni trafen sich mehr als 400 Teilnehmer, um Vorträge, Insights und News rund um das Werben und Optimieren auf Amazon zu erhalten und sich mit anderen Teilnehmern auszutauschen.

Bereits im Vorfeld konnten wir uns auf eine abwechslungsreiche Agenda mit nationalen und internationalen Speakern zu Amazon SEO, PPC, aktuellen Entwicklungen oder Hacks zur Steigerung der Verkaufszahlen freuen.

In einer spannenden Einführung zum Thema “How small brands dominate the big players on Amazon – 5 killer tactics for your brand” zeigte Organisator und Amazon Profi Gil Lang die möglichen Strategien und Vorteile der kleineren Brands auf, um auf Amazon gegen die Big Player zu bestehen.

Die diesjährigen Highlights haben wir hier für euch zusammengefasst:

 

Hochwertiges 5 Sterne Amazon SEO Made in Germany – Christian Otto Kelm

KISS – Keep it stupid and simple

Mit einem furiosen Vortrag und humorvollen Einlagen fasste Christian Otto Kelm wichtige Themen des Amazon SEO zusammen. Im Vordergrund stand vor allem die Aussage, dass die Produktdetailseite zwar für den Amazon Algorithmus optimiert werden sollte, aber der Hauptfokus auf den Kunden nicht aus den Augen verloren werden darf.

Kelm gab verschiedene Tipps zu den einzelnen Bereichen des Amazon SEO:

  • Conversion Keywords sollten im Frontend eingebaut werden, alle weiteren hingegen im Backend. Um passende Keywords zu finden können für das Produkt relevante Online Shops als Recherche Möglichkeit genutzt werden. Hier lassen sich leicht Synonyme und Long Tail Keywords identifizieren.
  • Ein wichtiger Tipp für den Titel: Optimiere ihn für Mobile, denn dieser wird je nach Device an anderer Position abgeschnitten.
  • Bullet Points: Sie sind der Eyecatcher auf jeder Produktdetailseite und sollten Fakten, Argumente aber auch Keywords enthalten. Ein kleiner Reminder: Auf Mobile werden nur 3 Bullet Points ausgespielt.
  • Der Enhanced Brand Content (EBC) ist nun auch für Seller verfügbar und sollte ebenfalls für Mobile optimiert werden. Vor allem Bilder können bei falscher Implementierung zu klein angezeigt werden. Hat man den EBC integriert kann auch die Beschreibung im Hintergrund eingefügt werden, in der relevante Keywords enthalten sind. Beim EBC sollte man sich hingegen auf das Produkt und weiterführende Beschreibungen konzentrieren: “Schreibt wie geil das Produkt ist!”
  • Backend Keywords: Die aktuelle Vorgabe verbietet den Einsatz von mehr als 250 bytes in den Backend Keywords. Da man allerdings unter einer Parent ASIN mehrere Child ASINs integrieren kann, hat man theoretisch A(Anzahl der Child ASINs) x 250 bytes zur Verfügung, die man definitiv nutzen sollte.
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Exkurs: Jedes Produkt hat eine sogenannte Child ASIN, also eine eindeutige Nummer, unter der es auf Amazon gelistet ist. Sofern das Produkt aus mehreren Varianten besteht können diese unter einer Parent ASIN zusammengefasst werden. Wichtig: Alle Produkte innerhalb dieser Parent ASIN teilen sich die Bewertungen.


 

Quo Vadis Amazon – Michael Gabrielides

Wohin gehst du Amazon? Ein paar interessante Fakten zur Entwicklung des Onlinehändlers:

  • Wie ist das Verhältnis von Prime / Standard Kunden? – 32 % Prime Nutzer und 68 % Standard Nutzer in 2018.
  • Wie ist Verteilung der Preise der einzelnen Produkte? – Weniger Produkte für unter 10 € dafür mehr 20-39 € (gewisse Verteuerung im Vergleich 2017)
  • Wie hat sich die Anzahl der Händler in Deutschland entwickelt? Von 150.000 Sellern in 2017 ist die Anzahl auf ca. 215.000 in 2018 gestiegen. Der meiste Zuwachs kam aus in Deutschland registrierten Händlern, es fand also kein übermäßiger Zulauf aus China statt.
  • Wie ist die durchschnittliche Conversion Rate bei den Kampagnen? – Diese liegt bei 9-10 % in manuellen und 7-8% in den automatischen Kampagnen.

 

Erfolgreiche Amazon PPC Kampagnen in 2018 schalten – Franz Jordan

Spannende Insights zu PPC gab Franz Jordan, Geschäftsführer und Gründer des Toolanbieters Sellics, der über 2000 Werbekampagnen mit mehr als 100 Klicks des US amerikanischen Marktes ausgewertet hat. 57 % der Werbekampagnen auf dem US Markt sind nicht profitabel (Grund: Wettbewerbsintensiver Markt).

Facts rund um Performance Kennzahlen:

  • Das Gebot liegt üblicherweise 40-50 % höher als der CPC.
  • Was ist die durchschnittliche Klickrate: 75 % der Keywords haben eine CTR von 1-5 %.
  • Was ist die durchschnittliche Conversionrate: Fast 40 % der Keywords haben eine Rate von unter 2 %.

Auch die Keyword Struktur war ein wichtiger Teil seines Vortrags:

  • Er unterscheidet drei Arten von Keywords: Profitable und unprofitable Keywords sowie solche ohne Conversion, wobei nur 27 % der Keywords zur ersten Gruppe gehören.
  • “Wenige hochvolumige Keywords treiben Umsatz, aber Long Tail Keywords entscheiden über Profitabilität”
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Jede dieser Keywordgruppen muss unterschiedlich Frequently werden:

  • Profitable Keywords: Profit steigern!
  • Unprofitable Keywords: Verluste begrenzen!
  • Keywords ohne Conversion: Es existieren fast 70 % der Keywords, die keine Conversion verursachen: Dies betrifft vor allem eine große Anzahl an Long Tail Keywords, mit sehr niedrigem individuellen Volumen, die allerdings in Summe einen großen Anteil des Budgets fressen.

Keywordgruppierung

Quelle: Franz Jordan, Sellics (Private Label Days 2018)

Die Lösung liegt im Management von Long Tail Keywords: Einzelne zu monitoren oder zu optimieren ist oft ein langwieriger Prozess. Mit Hilfe einer Gruppierung von verschiedenen Begriffen können eine große Anzahl an Long Tail Keywords besser gehandhabt werden.


 

7 Hacks (Plus an 8th Game Changer) every Amazon Seller must know – Kevin KingTitelfolie_Vortrag_Kevin_King

Dieser Vortrag war der mit der vermutlich höchsten Schlagzahl an Informationen in kürzester Zeit. Der Texaner Kevin King präsentierte umfassende Infos zu den 5 URLs, die jeder Seller kennen muss, Tipps zur Wettbewerbsbeobachtung und weitere interessante Hacks zum Thema URLs, Keywords, OnPage Optimierung und Tools.

Ein paar ausgewählte Infos:

  • Canonical URL: Google indexiert die Listing Canonicals, um sie so auf der Suchergebnisseite als organischen Treffer anzuzeigen. Diese URL generiert wichtigen Traffic, daher sollte sie auch die relevantesten Keywords enthalten. Damit Amazon aber nicht irgendwelche Begriffe des Titels für diese URL verwendet, sollten die fünf wichtigsten Wörter zu Beginn mit einem “:” oder “-” vom restlichen Titel getrennt werden. Werden weniger als fünf Wörter hinterlegt sucht sich Amazon zusätzliche Begriffe aus dem Titel aus. Bei einer größeren Anzahl nimmt Amazon beliebige fünf.
  • Frequently bought together: 35 % der Amazon Käufe kommen von Produktvorschlägen aus dem Bereich “Wird oft zusammen gekauft”. Diesen Cross Selling Effekt können sich Seller mit Hilfe von URLs, die als Landingpage nur zwei Produkte enthalten, zu Nutze machen. Eine weitere Möglichkeit ist, Rabatte zu geben, sollten beide Produkte zusammen gekauft werden.
  • Keywords: Um wichtige Keywords zu identifizieren, ist es hilfreich die 4-5 Sterne Bewertungen des Wettbewerbs zu lesen. Die 1-3 Sterne Bewertungen helfen ebenfalls die Produktbeschreibung und das Produkt zu verbessern, denn hier wird man schnell die Hauptbeschwerdepunkte herausfiltern können.
  • Verkaufsförderung: Die ersten 4-6 Wochen nach Produktlaunch sind die wichtigsten, denn hier lernt der Amazon Algorithmus. Hohe Rabatte helfen hier den Verkauf anzukurbeln und das Produkt weit vorne zu listen. Denn auf Platz 1 steht derjenige, mit den meisten Sales.
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Fazit zu den Private Label Days

Zusammengefasst waren die Private Label Days eine spannende Konferenz, die viele Fakten und News rund um SEO Optimierung, externen Traffic und PPC Kampagnen bereithielt. Es wurde verschiedenen Perspektiven Einblick geboten, welche Chancen sich bei optimaler Aussteuerung der Produkte und Kampagnen bieten, wie PPC besser genutzt werden kann und welche einzelnen Faktoren wirklich Einfluss auf das Ranking haben. Neben den genannten Vorträgen gab es noch eine Vielzahl weiterer spannender Themen zu Amazon auf dem US Markt, datengetriebener Optimierung oder der Skalierung des eigenen Angebots.

Vielen Dank an die Organisatoren und Speaker für dieses spannende Event! Wir sind gerne im nächsten Jahr wieder dabei.

Private Label Days 2018 – RecapLesedauer: ca. 6 Min
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